Regionsporträt

In der EU sind rund 750 Lebensmittel markenrechtlich geschützt, was unterschiedliche Gründe hat. Tradition, Herkunft und Geschmack sollen die Originalität wahren und Nachahmerprodukte verhindern. Lebensmittel werden aufgrund ihrer geografischen Lage oder auch als Ursprungsbezeichnung geschützt.

Das wohl bekannteste und weltweit nicht wegzudenkende Edelprodukt dieser Art ist der Champagner. Kein feierlicher Anlass und kein Gourmetessen kommt ohne ihn aus.
Ursprung hat der Schaumwein in Frankreich und bereits zu Zeiten der Römer wurden Weinreben in der Region Champagne angebaut. Seit dem 17. Jahrhundert wird der Champagner nach festen Regeln und Traditionen gekeltert, strenge Herstellungsvorschriften gewährleisten die Abgrenzung zum Sekt.
Das 33.500 Hektar umfassende Weinanbaugebiet wird in die Regionen Montagne de Reims, Vallée de la Marne, Côte des Blancs und Côte des Bar eingeteilt. Seit 1927 ist diese Zuteilung verbindlich, Trauben anderer Regionen dürfen nicht für die Champagnerproduktion verwendet werden. Champagner wird grundsätzlich aus 3 Rebsorten gemischt, das Verhältnis variiert jedoch, was für Individualität der einzelnen Weincharaktere sorgt. Die verwendeten Rebsorten sind Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay.
In der Champagne werden jährlich bis zu 400 Mio. Flaschen produziert, wovon 55 % in Frankreich abgenommen werden. 8,5 Mio. Liter werden von Deutschland importiert.

Ein immer beliebterer Begleiter, ob als amuse geule, Vorspeise und auch im Hauptgang ist der Parmaschinken. Ursprung hat er in Langhirano in der gleichnamigen, italienischen Provinz Parma, nahe Bologna. Aus selbiger Region stammt auch der Parmesankäse.
Parma beherbergt rund 180.000 Einwohner und Haupteinnahmequelle ist die Lebensmittelindustrie.
Die Herstellung des Prosciutto di Parma unterliegt strengen Vorschriften. Die Schweinerassen Large White, Landrance und Duroc sind die einzigen zur Produktion zugelassenen, gefüttert werden sie ausschließlich mit Gerste, Hafer und bei der Parmesankäseherstellung übrig gebliebener Molke. Die Zuchtbetriebe sind regional genau vorgeschrieben. Eine Reifezeit von 12 Monaten und ein spezielles Prüfungsverfahren garantieren die Einzigartigkeit des getrockneten Schinkens.
Ein ganzer Schinken wiegt zwischen 10-15 kg, 9,5 Millionen Stück werden jährlich verkauft, wobei Frankreich den Hauptabnehmer darstellt. Der Export nach Deutschland beträgt ca. 350.000 Stück jährlich.

Mit einem sagenhaften Preis von 600 Euro/kg und der aufwendigsten Form der Tierzucht ist das Fleisch des Wagyu Rindes aus dem japanischen Kobe das exklusivste was der Feinschmeckermarkt zu bieten hat.
Die erst im Jahre 1889 geründete Stadt zählt derzeit 1,5 Millionen Einwohner und erlangte neben einem der größten Seehäfen Japans durch seine spezielle Rindfleischproduktion weltweite Bekanntheit. Das gemäßigte Klima in der Kansai-Gegend sorgt für optimale Haltungsbedingungen der Rinder.
Die Besonderheit des Fleisches ergibt sich zum einen aus der geringen Produktionszahl von jährlich nur 4000 Stück und zum anderen den besonderen Haltungsbedingungen. Die Tiere werden ausschließlich mit Bier und Saake gefüttert und regelmäßig massiert. Für das psychische Wohlbefinden soll zusätzlich eine Berieselung mit klassischer Musik sorgen. Das Fleisch zeichnet sich durch eine besonders feine Marmorierung aus.
Aufgrund des unternehmerischen Risikos, das Fleisch nicht an den Kunden zu bringen, ist es im a la carte deutscher Restaurants kaum zu finden. Um in den Genuss dieser einzigartigen Spezialität zu kommen, ist eine Vorbestellung in einem guten Gourmetrestaurant erforderlich. Außerdem ist es seit geraumer Zeit im Berliner KaDeWe zu erhalten.

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